Ein deutscher Mittelständler im Sondermaschinenbau hatte turbulente Zeiten durchlebt: Eigentümerwechsel, Restrukturierung sowie Abgänge von Leistungsträgern hatten zu unklaren, instabilen Prozessen und Strukturen geführt.
In dieser Konstellation wurde ein erfahrener Interim Manager mit zwei Zielen mandatiert:
- Erstens für den Aufbau einer professionellen und effektiven Einkaufsfunktion durch Weiterentwicklung von Strukturen und Prozessen sowie fachliches und persönliches Coaching der Mitarbeitenden,
- Zweitens zur Einführung eines proaktiven Lieferantenmanagements, um für das Unternehmen das Optimum an Preisen, Lieferbedingungen und -konformität (Qualität, Termin) zu erreichen.
Die Herausforderungen
Die Einkaufsfunktion war durch die Historie des Hauses belastet: Die Insolvenz einer Vorgängergesellschaft führte zu zwiespältigen Verhältnissen mit zahlreichen Lieferanten. Hier galt es, verlässlicher Geschäftspartner zu sein und Vertrauen erneut aufzubauen.
Im Einkauf war ein Warengruppenmanagement in Grundzügen vorhanden, jedoch Zuständigkeiten nicht abschließend geklärt bzw. nicht auf Mitarbeiterkompetenzen zugeschnitten. Dazu waren Verantwortlichkeiten nicht vollständig in den Stammdaten des ERP-Systems verankert. Überwachungssysteme, wie beispielsweise projektbezogene Fehlteillisten, waren vorhanden, doch fehlte die Anpassung auf aktuelle Bedürfnisse und deren konsequente Anwendung.
Herausfordernd auch die heterogene Belegschaft im Einkauf: langjährige Mitarbeitende mit Konzernprägung einerseits, Neuzugänge andererseits. Die Bildung von validen Arbeitsbeziehungen und einen kontinuierlichen Austausch untereinander wurde durch Home-Office-Einsätze erschwert.
