Über alle Hierarchieebenen der vermittelten Arbeitskräfte hinweg erhielt die Personalberatung Kienbaum viel Lob. Die Besetzung von Positionen im Top-Management mache nur etwa 40 Prozent des Geschäfts der Kienbaum Gruppe aus, sagt Jörg Alexander Breiski, Managing Director & Partner Executive Search. Weitere Geschäftsfelder seien die Entwicklung von Führungskräften und die Vergütungsberatung. „Wir haben ein deutlich breiteres Portfolio als andere Personalberatungen“, sagt Breiski.
Bei der Vermittlung von Führungskräften sieht Breiski nicht die fachlichen Fähigkeiten der Kandidaten als den Engpass. „Die Herausforderungen liegen in einem modernen Verständnis von Führung und Kommunikation und der Art und Weise, wie man Transformation in Organisationen erfolgreich gestaltet.“ Es gehe um stetige Lernbereitschaft, Weitsicht und Kommunikationsfähigkeit. „Erfolgreiche Führung verbindet sich eng mit der Frage nach der passenden Persönlichkeit“, sagt Breiski.
Kienbaum: „Viele Entscheider verlässt der Mut“
Kienbaum konfrontiere Kunden konsequent und hartnäckig mit Kandidaten, die für Diversity stehen. Nach Breiskis Beobachtung sei sich das Management zu Beginn einer Suche mit den Personalberatern noch einig.
Man wolle eine moderne Führungskraft, die frischen Wind und Innovationspotenzial mitbringe. Doch je länger der Prozess dauere, desto mehr verlasse Entscheider der Mut. Sie verfielen in alte Muster und bevorzugten klassische Kandidaten mit Berufs- und Branchenerfahrung. „Damit entsteht wenig Raum für neue Ideen, für wertvolle Impulse zur Veränderung, für andere Denk- und Arbeitsweisen und für kulturellen Wandel“, sagt Breiski. „Dann müssen wir unsere Kunden immer wieder daran erinnern, was wir eingangs vereinbart hatten.“